Die Flamme weitergeben

Mit einem Kommers feierte am Donnerstagabend der Heimatbund im Hotel Kloppenborg sein 100jähriges Bestehen. Auf den Tag vor 100 Jahren war an dieser Stelle von den Antochmakers Peter Funke, August Holläder und weiteren Emsdettener Männern und Frauen der Heimatbund gegründet worden. Den musikalischen Rahmen des Abends bestritten Reinhard Wolters und Combo.

„Tradition bedeutet nicht das Aufbewahren kalter Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Mit diesem Zitat von Thomas Morus begrüßte der zweite Vorsitzende Ludger Plugge in Vertretung des erkrankten Bruno Jendraszyk die 80 Gäste und Ehrengäste, listete die zahlreichen Fachbereiche Aktivitäten des Heimatbundes mit ihren Aktivitäten auf. Als Leiter des Schriewerkrinks “de Tüüners” liegt ihm ganz besonders der Erhalt der plattdeutschen Sprache am Herzen. So amüsierte er mit seiner plattdeutschen Geschichte vom Hihi-Männken, dem kleinen Bruder des aus einem plattdeutschen Märchen bekannten Hoho-Männkens, und dem listigen Bauern die Zuhörer. Er vergaß auch nicht, den 2016 verstorbenen Willi Kamp zu erwähnen, der den plattdeutschen Morgen jahrelang moderiert hatte.

Bürgermeister Georg Moenikes hob in seiner Ansprache die Leitungen des Heimatbundes hervor, lobte das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder und erinnerte an den Jazzfrühschoppen in Verbindung mit der Wiedereröffnung des neugestalteten Speichermuseums im Mai dieses Jahres. Kreisheimatbundvorsitzende Reinhild Finke überbrachte ihre Glückwünsche, überreichte Plugge die Ehrenurkunde des Kreisheimatbundes und, wie sie es nammte, ein sicherlich “willkommenes Flachgeschenk”. Für den Landrat Dr. Klaus Effing war dessen Stellvertreterin Gisela Köster eingesprungen, die Fördermöglichkeiten bei anstehenden Projekten vorstellte.

Willi Colmer würdigte noch einmal die Verdienste eines Heimatbund-Mitbegründers, “der stets das ‘Herz des Heimatbundes’  war, aber nie erster Vorsitzender: August Holländer “. Dann wandte er sich an den Bürgermeister: “Für heute haben wir uns keine Geschenke gewünscht, sondern haben etwas zum Verschenken mitgebracht”, sagte er und erläuterte das Projekt “Emsdetten per QR-Code entdecken”. Die fertigen DIN A 3 großen Tafeln mit den kleinen Quadraten für sechs Heimatpunkte waren unter einer Decke verborgen aufgestellt, die er mit Ludger Plugge dann vor dessen Augen enthüllte. Anschließend konnten auch die Besucher ihre Smartphones zücken und schon einmal einen ersten Versuch starten. Weitere Punkte werden folgen.

Zum Schluss begeisterte Sabine Hollefeld mit ihrer Liebeserklärung der besonderen Art an ihre Heimatstadt Emsdetten die Gäste, nahm sich dabei, immer wieder in Richtung des Bürgermeisters gewandt,  besonders Pastors Garten vor. Besonders zu Karneval werde sie die inzwischen abgeholzten Bäume sehr vermissen, beklagte sie. Schnittchen wurden serviert, “hoffentlich mit Schinken von Metzger T. aus Emsdetten und nicht von Edeka aus Borghorst”, war es ihr wichtig. (Text aus Emsdettener Volkszeitung)

Ein gelungener Abend, war die einhellige Meinung aller Gäste, die bis Mitternacht noch in gemütlicher Runde zusammensaßen.