5 Tage – 2 Länder, vom 14. – 18. Juli in Ahaus-Alstätte

Gruppe vor der Metelner Mühle

Am Freitag kamen sie zurück, die Radtouristen des Heimatbundes. Der Heimatbund Emsdetten hatte unter der Leitung von Reinhard Pohl eine Radtour im Ahauser Grenzbereich „5 Tage – 2 Länder“ angeboten. Einundzwanzig Personen waren dem erfahrenen Radwanderer gefolgt und wurden in keinster Weise enttäuscht.

„Bei dieser Freizeit ging es darum, das niederländische Grenzgebiet zu erkunden.“ so der Reiseleiter des Heimatbundes, Reinhard Pohl. Die Gruppe besuchte in drei Tagestouren das alte Flugsandgebiet südlich von Enschede – den Buurserzand, in dem Heidefelder den Urwald verdrängt haben. Einst war die Landschaft ein Flickenteppich aus Sümpfen, Heidefeldern, Mooren und Bruchland. Dieses Ödland wurde seit 1850 kultiviert. Doch zeugen überall noch kleine Enklaven von der ursprünglichen Landschaft. Diese Touren führten vom Standort Alstätte nach Zwillbrock und zurück. Eine weitere Tagestour führte in die Gegend um Haaksbergen. „Hier verbrachten wir einen weiteren schönen Tag.“ Geprägt war die Gegend von alten sächsischen Bauernhöfen, Wasser- und Windmühlen erinnern an die gute alte Zeit. Um die Siedlungen im Berkelland liegt altes Ackerland, das durch jahrhundertelange Plaggendüngung aufgeschüttet worden ist. Der Rest des Landes war früher auch Ödland. Heute ist allerding Namensgeber dieses Landstrichs die feuchte Heide, die so genannte „Velden“, aus denen dieses Ödlandgebiet früher hauptsächlich bestand.

Auf Einladung der Stadt Hengelo und des Städtepartnerschaftsvereins Emsdetten machte sich die Gruppe am Mittwoch auf den Weg in Emsdettens Partnerstadt Hengelo. Reinhard Pohl hieß die Radler herzlich willkommen in der Partnergemeinde, die niemals Stadtrechte erhalten hat, obwohl sie weit mehr als das doppelte an Einwohnern hat als unser Emsdetten.

Der Tourenleiter gab interessante Informationen über unsere, seit 35 Jahren bestehende, Beziehung zur Partnerstadt Hengelo. So hat Hengelo im Oktober 1944 durch starke Bombenhagel der Alliierten herbe Verluste hinnehmen müssen. Pohl berichtete vom Aufstieg Hengelos zu einem bedeutenden Maschinenbaustandort. In Hengelo kommt man an dem Namen Stork nicht vorbei. Er hat in der Stadt viel für Wohlstand, Bildung und Erziehung getan. So entstanden in Zentrumsnähe wohlige Wohnsiedlungen für die Werktätigen, die heute begehrte Objekte geworden sind.

Während der Stadtrundfahrt mit dem Rad wurde deutlich, dass auch in Hengelo die Trümmerfrauen gute Arbeit geleistet haben. Denn die beschaulichen Backsteinhäuser prägen wieder die Wohnsiedlungen nahe des Zentrums.

Am Freitag trafen die zweiundzwanzig Personen des Heimatbundes wieder in Emsdetten ein. „Wir hatten viel Spaß, haben viel gelacht und freuen uns bereits auf das kommende Jahr, wenn es wieder heißt: Kommt mal eben mit!“ So eine Teilnehmerin zum Abschluss der Reise.

Bericht:  Reinhard Pohl