Vergessenes Handwerk neu entdeckt!

 

Sechs Korbflechtermeisterinnen aus der Bundesrepublik, der Schweiz und Frankreich trafen sich vom 23. bis 27. November 2009 im Wannenmachermuseum in Emsdetten. Unter Anleitung der letzten noch lebenden Wannenmacher Hermann Beike, Clemens Finke und Alfons Schwarte, alle Emsdetten, haben sie sich mit den besonderen Flechttechniken dieses Handwerks einige Tage intensiv auseinandergesetzt.

 

Die Absolventen der Korbfachschule Lichtenfels gehören dem 1997 in Lichtenfels gegründeten Verein flechtwerk-ev an, der sich insbesondere der Pflege alter Flechttechniken, der Aus- und Weiterbildung von Korbflechtern, dem Weidenanbau und der Herausgabe der Fachzeitschrift „Verflechtungen“ widmet.

 

Die seit der Römerzeit bekannten, aus Weiden geflochtenen Wannen wurden bis ins 20. Jahrhundert zur Getreidereinigung verwendet. Emsdetten war seit dem 17. Jahrhundert weit über das Münsterland hinaus als Wannenmacherdorf bekannt.

 

Die Anregung zu einem derartigen Arbeitstreffen entstand im Gespräch der Korbflechterinnen Gabriele Dingels, Anould/Frankreich und Kerstin Eikmeier, Porta/Minden mit dem Volkskundler Ulrich Tapper, Bünde/Münster, der das Handwerk wissenschaftlich bearbeitet und seinerzeit das Wannenmacher Museum konzipiert hat. Er hat die Arbeitswoche am Montag, dem 23.11.2009 im August-Holländer-Museum mit einem Vortrag über die Geschichte des Wannenmacherhandwerks eingeleitet.

 

Mit der praktischen Flechtarbeit bestand wohl die einmalige und letzte Möglichkeit, die fast vergessenen Flechttechniken der Wannenmacher interessierten Fachleuten noch einmal näherzubringen.

 

Namen und Herkunft der Teilnehmerinnen:

Andrea Schultz - Wild, Kommern (Mitarbeiterin des Rheinischen Freilichtmuseums Kommern)

Christa Jöhlinger, Ritterhude

Renate Derstappen, Neu Dragun

Simone Rüppel, Laupen/Zürich

Gabi Dingels, Anould/Frankreich

Kerstin Eikmeier, Porta/Minden

 

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